Was macht eine gute Keyword-Recherche aus?
Eine gute Keyword-Recherche findet die Suchbegriffe, die zu Anfragen und Umsatz führen, nicht nur die mit dem größten Suchvolumen. Sie verbindet Suchvolumen, Suchintention, Wettbewerb und Geschäftswert zu einer priorisierten Themenliste.
Viele Websites ranken für Begriffe, die niemandem etwas bringen. Ein Steuerberater, der für „Steuererklärung Frist“ auf Platz 1 steht, bekommt tausende Besucher und kaum ein Mandat. Derselbe Steuerberater mit Platz 3 bei „Steuerberater für Ärzte Hamburg“ bekommt wenige Besucher und regelmäßig Anfragen.
Eine gute Recherche beantwortet deshalb drei Fragen: Wonach wird gesucht? Was will die Person in diesem Moment? Welchen Wert hat ein Besucher mit dieser Suche für Ihr Geschäft? Das Ergebnis ist keine lange Liste, sondern eine Themenkarte, die festlegt, welche Seite welche Suchbegriffe abdeckt. Wie sie in eine Gesamtstrategie passt, erklärt der Ratgeber SEO-Strategie entwickeln.
Warum ist die Suchintention der wichtigste Filter?
Die Suchintention zeigt, was Nutzer mit einer Suche erreichen wollen: sich informieren, vergleichen oder kaufen. Nur wenn Seitentyp und Intention zusammenpassen, kann eine Seite ranken und Anfragen bringen.
| Intention | Beispiel | Passender Seitentyp | Geschäftswert |
|---|---|---|---|
| Informativ | was ist eine Wärmepumpe | Ratgeber, Glossar | niedrig bis mittel, baut Vertrauen auf |
| Kommerziell | Wärmepumpe oder Gasheizung Vergleich | Vergleich, Kostenratgeber | mittel bis hoch |
| Transaktional | Wärmepumpe installieren lassen Lüneburg | Leistungs- oder Standortseite | sehr hoch |
| Navigational | Firmenname Kontakt | Kontakt, Startseite | hoch, aber keine Neukunden |
Den Test machen Sie in Sekunden: Suchen Sie das Keyword bei Google. Zeigt die erste Seite vor allem Ratgeber, will Google dort keine Leistungsseite ranken, und umgekehrt. Kämpfen Sie nicht gegen die Intention an, sondern bauen Sie den Seitentyp, den Google bereits bevorzugt.
Wie läuft eine Keyword-Recherche in 7 Schritten ab?
Sie sammeln Seed-Keywords, werten die Search Console aus, erweitern um Varianten und KI-Fragen, bewerten jedes Keyword nach Intention und Wert, bilden Cluster und ordnen jedem Cluster in einer Themenkarte genau eine URL zu.
- Seed-Keywords sammelnLeistungen, Produkte und Probleme Ihrer Kunden in deren Worten notieren. Fragen Sie Vertrieb und Kundenservice, welche Begriffe Kunden tatsächlich benutzen.
- Search Console auswertenUnter „Leistung“ sehen Sie, für welche Suchanfragen Sie bereits Impressionen haben. Begriffe auf Position 8 bis 20 sind die schnellsten Gewinne.
- Varianten erweiternGoogle-Autovervollständigung, „Ähnliche Fragen“, der Google-Ads-Keyword-Planer und Tools wie Sistrix, Semrush oder Ahrefs liefern Longtail-Begriffe.
- KI-Fragen ergänzenStellen Sie ChatGPT und Perplexity die Fragen Ihrer Kunden und notieren Sie die vorgeschlagenen Folgefragen. Sie zeigen, wie ausführlich KI-Nutzer formulieren.
- Nach Intention und Wert bewertenJedes Keyword bekommt eine Intention und eine Einschätzung, wie nah es an einer Anfrage liegt.
- ClusternBegriffe, für die Google dieselben Ergebnisse zeigt, gehören auf eine Seite. So vermeiden Sie Seiten, die sich gegenseitig Konkurrenz machen.
- Themenkarte erstellenJedem Cluster eine bestehende oder neue URL zuordnen, priorisiert nach Wert, Wettbewerb und Aufwand.
Welche Tools eignen sich für die Keyword-Recherche?
Kostenlos starten Sie mit der Google Search Console, dem Google Ads Keyword-Planer und Google Trends. Für Wettbewerbs- und Lückenanalysen eignen sich Sistrix, Semrush oder Ahrefs, für Fragen rund um ein Keyword AnswerThePublic.
| Tool | Stärke | Kosten |
|---|---|---|
| Google Search Console | Echte Suchanfragen, für die Sie schon sichtbar sind | kostenlos |
| Google Ads Keyword-Planer | Suchvolumen-Spannen und Klickpreise, gut für kaufnahe Begriffe | kostenlos mit Ads-Konto |
| Google Trends | Saisonalität und Trends im Vergleich | kostenlos |
| Sistrix | Starke Daten für den deutschen Markt, Sichtbarkeitsindex | kostenpflichtig |
| Semrush und Ahrefs | Große Datenbanken, Wettbewerbs- und Lückenanalyse | kostenpflichtig |
| AnswerThePublic | Fragen rund um ein Keyword, ideal für FAQ und GEO | eingeschränkt kostenlos |
Für Titles und Meta Descriptions der fertigen Seiten prüfen Sie die Länge mit dem SERP Snippet Generator, die Richtwerte stehen im Ratgeber zur Meta Description Länge.
Wie funktioniert Keyword-Recherche für KI-Suchen?
In KI-Suchen stellen Nutzer vollständige Fragen mit mehreren Teilfragen statt kurzer Suchbegriffe. Recherchieren Sie deshalb Fragen aus Vertrieb, Kundenservice und „Ähnliche Fragen“ und beantworten Sie jede Teilfrage in einem eigenen Abschnitt.
In ChatGPT oder Perplexity tippt niemand „Steuerberater Hamburg“. Gefragt wird: „Welcher Steuerberater in Hamburg kennt sich mit Arztpraxen aus und was kostet das ungefähr?“ Solche Fragen enthalten mehrere Teilfragen gleichzeitig: Anbieter, Spezialisierung, Region, Preis. KI-Systeme zerlegen sie und suchen Seiten, die diese Teile beantworten.
Ergänzen Sie Ihre Themenkarte deshalb um Fragen-Cluster und beantworten Sie diese auf Ihren Seiten direkt. Wie sich klassische Keywords und KI-Fragen unterscheiden, zeigt SEO vs. GEO. Mit dem Generator unten erzeugen Sie typische KI-Fragen für Ihre Leistung:
Testfragen für ChatGPT, Gemini & Perplexity
Vollständiger Prompt-Generator- Tragen Sie eine Leistung ein. Die Testfragen erscheinen sofort.
So testen Sie: jede Frage in einem neuen Chat ohne Anmeldung stellen und notieren, ob Ihr Unternehmen genannt wird und welche Quellen verlinkt sind.
Welche Fehler passieren bei der Keyword-Recherche am häufigsten?
Typische Fehler sind die Sortierung nur nach Suchvolumen, ein Keyword pro Seite, mehrere Seiten für dieselbe Intention, Fachsprache statt Kundensprache und eine Recherche, die nie wiederholt wird.
- Nur nach Suchvolumen sortieren: Kleine, kaufnahe Keywords bringen oft mehr Umsatz als große Informationsbegriffe.
- Ein Keyword pro Seite: Moderne Seiten ranken für Hunderte verwandte Begriffe. Denken Sie in Themen, nicht in Einzelbegriffen.
- Mehrere Seiten für dieselbe Intention: Das führt zu Kannibalisierung. Google weiß nicht, welche Seite es zeigen soll.
- Fachsprache statt Kundensprache: „Absperrarmatur“ sucht fast niemand, „Wasserhahn abdrehen“ schon.
- Recherche nie wiederholen: Suchverhalten ändert sich, besonders durch KI. Planen Sie mindestens eine jährliche Überprüfung.
Wenn Sie die Keywords haben, folgt die Umsetzung auf der Seite: Anleitung im Ratgeber Onpage-Optimierung.
Häufige Fragen zur Keyword-Recherche
Was ist eine Keyword-Recherche?
Die systematische Suche nach Begriffen und Fragen, mit denen Ihre Zielgruppe bei Google und in KI-Assistenten nach Ihren Leistungen sucht, inklusive Bewertung von Suchvolumen, Wettbewerb, Suchintention und Geschäftswert.
Wie viele Keywords sollte eine Seite abdecken?
Eine Seite sollte ein klares Thema mit einer Hauptintention haben. Innerhalb dieses Themas kann sie für Dutzende bis Hunderte verwandte Begriffe ranken. Entscheidend ist, dass keine zweite Seite dieselbe Intention bedient.
Welches kostenlose Tool ist am besten?
Die Google Search Console, weil sie echte Daten Ihrer eigenen Website zeigt. Für neue Themen ergänzt der Keyword-Planer von Google Ads Suchvolumen-Spannen.
Wie finde ich Keywords mit Kaufabsicht?
Achten Sie auf Zusätze wie Kosten, Preis, Angebot, Anbieter, Agentur, beauftragen, in der Nähe oder Städtenamen. Ein hoher Klickpreis im Keyword-Planer ist ebenfalls ein Hinweis auf kommerziellen Wert.
Wie oft sollte man eine Keyword-Recherche machen?
Eine umfassende Recherche zu Beginn und danach mindestens jährlich. Die Search Console sollten Sie monatlich auf neue Suchanfragen prüfen.
Brauche ich für KI-Suchen andere Keywords?
Die Themen bleiben gleich, die Formulierungen werden länger und fragender. Ergänzen Sie Ihre Recherche um typische Fragen und beantworten Sie diese direkt auf Ihren Seiten.
Quellen und Datenbasis
Alle auf dieser Seite genannten Zahlen stammen aus den folgenden Erhebungen. Werte, die sich auf einzelne Märkte beziehen, sind dort entsprechend ausgewiesen.
- Hilfreiche, zuverlässige Inhalte erstellen, bei denen die Nutzer im Vordergrund stehen Googles Leitfaden zu hilfreichen Inhalten und E-E-A-T.
- GEO: Generative Engine Optimization Erste kontrollierte Studie zu GEO-Methoden. Zitate, Statistiken und Zitierquellen im Text erhöhen die Sichtbarkeit in generativen Antworten messbar; kleinere Websites profitieren überproportional.