Dürfen Ärzte Werbung machen?
Ja. Das frühere Werbeverbot gibt es so nicht mehr. Die Berufsordnung erlaubt sachliche berufsbezogene Information und untersagt berufswidrige Werbung, insbesondere anpreisende, irreführende oder vergleichende Werbung. Zusätzlich gilt das Heilmittelwerbegesetz.
In der Regel unproblematisch
- Leistungen, Schwerpunkte und Ablauf sachlich beschreiben
- Qualifikationen und Zusatzbezeichnungen nennen
- Team, Praxisräume und Ausstattung zeigen
- Sprechzeiten, Termine und Erreichbarkeit bewerben
- Um Bewertungen bitten, ohne Gegenleistung
Kritisch oder unzulässig
- Superlative wie „beste Praxis der Stadt“
- Vergleiche mit anderen Praxen
- Heilungsversprechen und Erfolgsgarantien
- Vorher-nachher-Bilder bei operativen plastisch-chirurgischen Eingriffen
- Rabatte oder Geschenke für Behandlungen und Bewertungen
Das ersetzt keine Rechtsberatung. Wir formulieren Inhalte bewusst sachlich, und bei heiklen Themen holen Sie im Zweifel eine Einschätzung Ihrer Ärztekammer ein.
Welche Marketingmaßnahmen lohnen sich für eine Arztpraxis?
Zuerst das Google-Unternehmensprofil und die eigene Website, dann Bewertungen und Arztportale, danach internes Praxismarketing und, wo es passt, Anzeigen für einzelne Leistungen.
Google-Profil und Google Maps
Hier entscheiden sich die meisten Patienten. Pflege kostet nichts außer Zeit. Mehr dazu unter SEO für Ärzte.
Praxis-Website
Online-Termin, Sprechzeiten und Antworten auf die häufigsten Fragen.
Bewertungen
Aktuelle, echte Bewertungen auf Google und Arztportalen wirken stärker als jede Anzeige.
Internes Praxismarketing
Empfang, Wartezeit, Recall und verständliche Aufklärung. Wirkt nach innen und außen.
Anzeigen und Social Media
Sinnvoll für Selbstzahlerleistungen, neue Standorte und die Suche nach MFA.
Eine Faustregel: Erst die kostenlose Basis in Ordnung bringen, dann Geld in Reichweite stecken. Sonst bezahlen Sie Klicks auf eine Seite, die die Fragen der Patienten nicht beantwortet.
Wann lohnen sich Anzeigen für eine Praxis?
Wenn Sie eine konkrete Leistung füllen wollen, die Patienten selbst bezahlen, wenn Sie neu eröffnen oder umziehen, oder wenn Sie dringend Personal suchen. Für das normale Kassengeschäft lohnt sich Werbung selten.
Rechnen Sie vorher nach, was eine Anfrage kosten darf: Budget geteilt durch Klickpreis, mal Anfragequote. Bei medizinischen Themen gelten zusätzlich die Werberichtlinien von Google, und einzelne Gesundheitsthemen sind nur eingeschränkt bewerbbar.
Spielen Sie Ihre Zahlen mit dem Rechner durch. Die Umsetzung übernimmt unsere Google Ads Agentur, Klickpreise nach Branche stehen im Ratgeber Was kostet Google Ads?.
Budget- & CPA-Planer
Ausführlicher CPM, CPC & CPA RechnerWie hilft Praxismarketing bei der Suche nach MFA?
Mit einer eigenen Karriereseite, ehrlichen Angaben zu Arbeitszeiten und Team und einem gepflegten Google-Profil. Bewerberinnen schauen sich Praxen genauso an wie Patienten.
- Karriereseite mit offenen Stellen, Team und Ansprechpartnerin.
- Arbeitszeiten und Benefits konkret nennen statt „familiäres Team“.
- Fotos vom echten Team statt Stockbildern.
- Bewerbung in zwei Minuten, ohne Anschreiben-Pflicht.
- Google-Profil sauber, denn dort landen Bewerberinnen zuerst.
- Social Media nur, wenn jemand es regelmäßig pflegen kann.
Wie erstellen Sie ein Marketingkonzept für Ihre Praxis?
In vier Schritten: Ziel festlegen, Ausgangslage prüfen, zwei bis drei Maßnahmen auswählen und monatlich messen. Alles gleichzeitig zu starten, führt in Praxen fast immer dazu, dass nichts konsequent gemacht wird.
- Ziel festlegenMehr Vorsorge, mehr Selbstzahlerleistungen, weniger Anrufe oder neue MFA. Ein Ziel je Quartal.
- Ausgangslage prüfenGoogle-Profil, Bewertungen, Website, Terminwege, Sichtbarkeit im Umkreis.
- Maßnahmen wählenZwei bis drei Maßnahmen, die zum Ziel passen und ins Praxisteam eingebaut werden können.
- Messen und nachsteuernAnrufe, Buchungen und Bewerbungen im Monatsbericht gegen den Ausgangswert.
Wie messen Sie, ob Praxismarketing wirkt?
Über Anrufe und Buchungen je Kanal, die Zahl neuer Bewertungen und eine kurze Frage am Empfang, wie die Person auf die Praxis gekommen ist. Gesundheitsdaten gehören dabei niemals in Analyse-Werkzeuge.
Technisch messen wir sparsam: Anrufe und Terminklicks auf der Website, Aufrufe im Google-Profil, Anfragen aus Anzeigen. Personenbezogene oder gar medizinische Angaben bleiben außen vor. Wie wir das datenschutzkonform aufsetzen, beschreibt unsere Seite Tracking & Analytics.
Häufige Fragen zum Praxismarketing
Gibt es noch ein Werbeverbot für Ärzte?
Ein generelles Werbeverbot gibt es nicht mehr. Erlaubt ist sachliche berufsbezogene Information, untersagt bleibt berufswidrige Werbung, insbesondere anpreisende, irreführende oder vergleichende Werbung. Dazu kommen die Grenzen des Heilmittelwerbegesetzes. Das ist keine Rechtsberatung.
Dürfen wir Patientenstimmen auf der Website zeigen?
Erfahrungsberichte sind heikel. Sie dürfen nicht irreführend sein und nicht in missbräuchlicher Weise eingesetzt werden, und die Schweigepflicht gilt auch hier. Echte Google-Bewertungen sind in der Regel der unkompliziertere Weg.
Was kostet Praxismarketing?
Das hängt vom Ziel ab. Google-Profil und Bewertungsprozess kosten vor allem Zeit im Team, eine neue Website ist eine einmalige Investition, Anzeigen laufen monatlich. Nach der kostenlosen Analyse nennen wir eine konkrete Spanne.
Lohnt sich Social Media für eine Arztpraxis?
Meist eher für Personalsuche und Bekanntheit als für neue Patienten. Sinnvoll ist es nur, wenn jemand im Team es regelmäßig übernehmen kann.
Arbeiten Sie auch mit einzelnen Praxen ohne Marketingabteilung?
Ja. Wir richten die Maßnahmen so ein, dass sie in den Praxisalltag passen, und übernehmen die Umsetzung, die Zeit kostet.