Welche Marketing-Kanäle bringen Anwälten Mandate?
Zuerst das Google-Unternehmensprofil und die eigene Website mit Rechtsgebietsseiten, dann Bewertungen und Empfehlungen, danach Fachinhalte und gezielte Anzeigen. Social Media wirkt vor allem für Arbeitgebermarke und Netzwerk, seltener direkt für Mandate.
Google-Profil und Google Maps
Bei Suchen wie „Anwalt Arbeitsrecht in der Nähe“ entscheidet die Kartenansicht. Pflege kostet vor allem Zeit. Mehr dazu unter SEO für Anwälte.
Kanzlei-Website
Seiten je Rechtsgebiet, Anwaltsprofile und ein einfacher Kontaktweg.
Bewertungen
Echte, aktuelle Bewertungen auf Google und in Anwaltsportalen senken die Hemmschwelle.
Empfehlungsnetzwerk
Steuerberater, Notare, Verbände und frühere Mandanten bringen oft die besten Mandate.
Google Ads und KI-Antworten
Anzeigen füllen gezielt einzelne Rechtsgebiete, KI-Assistenten wie ChatGPT nennen zunehmend konkrete Kanzleien. Beides baut auf einer starken Website auf.
Die Reihenfolge ist entscheidend: Wer Geld in Anzeigen steckt, bevor Website und Google-Profil überzeugen, bezahlt Klicks von Mandanten, die danach bei der Konkurrenz anrufen.
Anwaltswerbung: Was ist nach Berufsrecht erlaubt?
Anwälte dürfen werben, wenn die Werbung sachlich über die berufliche Tätigkeit unterrichtet und nicht auf die Erteilung eines Auftrags im Einzelfall gerichtet ist. So steht es in § 43b BRAO, konkretisiert durch die §§ 6 bis 10 BORA. Zusätzlich gilt das Wettbewerbsrecht.
In der Regel unproblematisch
- Rechtsgebiete, Schwerpunkte und Ablauf sachlich beschreiben
- Fachanwaltstitel und Qualifikationen nennen, wenn sie verliehen wurden
- Fachbeiträge, Vorträge und Ratgeber veröffentlichen
- Google Ads zu Rechtsgebieten schalten
- Um Bewertungen bitten, ohne Gegenleistung
Kritisch oder unzulässig
- Gezielte Ansprache von Betroffenen in einem konkreten Einzelfall
- Erfolgsgarantien und Spitzenstellungsbehauptungen wie „die beste Kanzlei“
- Irreführende Angaben zu Kosten oder Spezialisierung
- Gekaufte oder belohnte Bewertungen
- Unaufgeforderte Werbe-E-Mails ohne Einwilligung
Das ist eine praktische Orientierung und keine Rechtsberatung, die Einordnung im Einzelfall kennen Sie selbst am besten oder klären sie mit Ihrer Rechtsanwaltskammer. Wir formulieren alle Inhalte bewusst sachlich und ohne Versprechen.
Mandanten gewinnen: Wie funktioniert Mandantenakquise heute?
Mandantenakquise läuft heute über zwei Wege gleichzeitig: Online über Sichtbarkeit bei Google und in KI-Antworten, offline über Empfehlungen und Netzwerke. Beide Wege enden auf Ihrer Website, deshalb muss sie das Vertrauen bestätigen, das eine Empfehlung oder ein Suchergebnis geweckt hat.
Neue Mandanten online gewinnen
Mandanten starten mit ihrem Problem, nicht mit Ihrem Namen. Seiten zu Fallgruppen wie „Abmahnung erhalten“ oder „Kündigungsschutzklage Frist“ holen sie genau in diesem Moment ab. Wie Sie diese Seiten aufbauen, beschreibt unsere Seite zu SEO für Rechtsanwälte.
Empfehlungen systematisch fördern
Pflegen Sie Kontakte zu Berufsgruppen, die Ihre Mandanten zuerst sehen: Steuerberater bei Unternehmern, Mediatoren im Familienrecht, Betriebsräte im Arbeitsrecht. Ein kurzer Fachvortrag bringt oft mehr als ein Anzeigenmonat.
Fachinhalte, die zitiert werden
Ein Beitrag, der eine häufige Mandantenfrage in den ersten zwei Sätzen beantwortet, rankt bei Google und wird von KI-Assistenten als Quelle übernommen. Wie das funktioniert, erklärt unsere Seite zur GEO Agentur.
Anwaltsportale gezielt nutzen
Portale bringen Sichtbarkeit, aber auch Vergleichbarkeit und Kosten. Nutzen Sie sie als Ergänzung mit vollständigem Profil und Link zur eigenen Website, nicht als einzigen Kanal.
Google Ads für Kanzleien: Wann rechnet sich das?
Google Ads lohnen sich, wenn ein Rechtsgebiet gut planbare Mandate mit ausreichendem Honorar bringt, etwa Arbeitsrecht für Arbeitnehmer, Verkehrsrecht oder Mietrecht. Für seltene Spezialthemen ist organische Sichtbarkeit meist günstiger.
Klicks im Rechtsbereich gehören zu den teureren bei Google. Rechnen Sie deshalb vorher nach, was ein Mandat kosten darf: Budget geteilt durch Klickpreis, mal Anfragequote, mal Mandatsquote. Schalten Sie Anzeigen nie auf die Startseite, sondern immer auf die passende Rechtsgebietsseite.
Spielen Sie Ihre Zahlen mit dem Rechner durch. Die Umsetzung übernimmt unsere Google Ads Agentur, typische Klickpreise stehen im Ratgeber Was kostet Google Ads?.
Budget- & CPA-Planer
Ausführlicher CPM, CPC & CPA RechnerOnline Marketing für Rechtsanwälte: der 90-Tage-Plan
In den ersten 30 Tagen bringen Sie Google-Profil, Website und Messung in Ordnung. In Tag 31 bis 60 folgen Rechtsgebietsseiten und Bewertungsprozess. Ab Tag 61 kommen Fachinhalte, Netzwerkarbeit und, wo es sich rechnet, Anzeigen dazu.
| Zeitraum | Maßnahmen | Ergebnis |
|---|---|---|
| Tag 1 bis 30 | Google-Profil vervollständigen, Kanzleidaten vereinheitlichen, Anrufe und Anfragen messbar machen | Saubere Ausgangsbasis und Zahlen zum Vergleich |
| Tag 31 bis 60 | Seiten für die zwei bis drei wichtigsten Rechtsgebiete, Bewertungsanfrage nach Mandatsende | Erste Rankings für Rechtsgebiet plus Ort |
| Tag 61 bis 90 | Fachbeiträge zu Mandantenfragen, Kontakt zu Empfehlungsgebern, Anzeigentest für ein Rechtsgebiet | Messbare Anfragen je Kanal |
Wichtig für die Erwartung: Bei beratungsintensiven Themen kam der erste messbare SEO-Effekt in unserem Kanzlei-Projekt in Monat 5. Anzeigen wirken schneller, hören aber auf zu wirken, sobald das Budget endet.
Worauf sollten Anwälte bei einer Kanzleimarketing Agentur achten?
Achten Sie auf Kenntnis des Berufsrechts, messbare Ziele in Anfragen statt Reichweite, transparente Kosten und darauf, dass Website, Profile und Daten Ihnen gehören. Eine gute Agentur sagt Ihnen auch, welche Kanäle sich für Ihre Rechtsgebiete nicht lohnen.
- Berufsrecht verstanden: keine Erfolgsversprechen, keine Einzelfallwerbung.
- Anfragen als Ziel, nicht Klicks, Follower oder Impressionen.
- Eigentum bei Ihnen: Domain, Website, Google-Profil und Werbekonten.
- Monatlicher Bericht mit Anrufen, Formularen und Kosten je Anfrage.
- Keine langen Knebelverträge ohne klare Leistungen.
- Datenschutz bei Formularen, Tracking und Terminbuchung sauber gelöst.
Sie wollen erst eine unabhängige Einschätzung, bevor Sie eine Agentur beauftragen? Dann ist unsere Marketingberatung der passende Einstieg.
Häufige Fragen zum Kanzleimarketing
Was ist Kanzleimarketing?
Kanzleimarketing umfasst alle Maßnahmen, mit denen eine Anwaltskanzlei sichtbar wird und neue Mandanten gewinnt: Website, Google-Profil, Bewertungen, Fachinhalte, Netzwerkarbeit und Anzeigen. Im Unterschied zu anderen Branchen gelten dabei die Grenzen des anwaltlichen Berufsrechts.
Dürfen Anwälte Google Ads schalten?
Ja. Anzeigen, die sachlich über Rechtsgebiete und Leistungen informieren, sind zulässig. Unzulässig wäre es, gezielt Personen in einem konkreten Einzelfall anzusprechen. Formulieren Sie Anzeigen deshalb informativ und ohne Erfolgsversprechen.
Wie viel sollte eine Kanzlei für Marketing ausgeben?
Eine feste Quote gibt es nicht. Sinnvoll ist, vom Wert eines Mandats rückwärts zu rechnen: Was darf eine Anfrage kosten, wenn jede dritte zum Mandat wird? Die kostenlose Basis aus Google-Profil und Bewertungen sollte immer zuerst stehen.
Lohnt sich Social Media für Anwälte?
Für die direkte Mandatsgewinnung selten. Für Arbeitgebermarke, Netzwerk und Empfehlungsgeber kann LinkedIn sinnvoll sein, besonders im Wirtschaftsrecht. Privatmandanten suchen ihren Anwalt eher bei Google als bei Instagram.
Gilt das auch für Steuerberater?
Die Kanäle sind ähnlich, das Berufsrecht und die Suchanfragen unterscheiden sich. Für Steuerkanzleien haben wir eine eigene Seite zu SEO für Steuerberater mit Zielgruppenseiten und Kanzleiwechsel-Themen.
Wie schnell bringt Kanzleimarketing neue Mandate?
Google Ads können innerhalb weniger Tage Anfragen bringen. Organische Sichtbarkeit braucht bei beratungsintensiven Rechtsgebieten meist mehrere Monate, hält dafür aber ohne laufendes Klickbudget.